/

Implantatwerkstoffe

Grundsätzlich gibt es bei Implantatwerkstoffen zwei Arten verwendeter Substanzen: biologische und nichtbiologische.
Bei den biologischen Substanzen wird noch einmal zwischen autologen, homologen und heterologen unterschieden.

Autologes Material besteht aus körpereigenem Gewebe, das eingepflanzt oder verpflanzt wird. Spender und Empfänger sind in diesem Fall identisch, ob es sich nun um implantierte Eigenzähne, Knochen oder Bindegewebe handelt.
Stammt das Gewebe aus dem Körper eines anderen Menschen, beispielsweise Knochen oder Knorpel, ordnet man es den homologen Materialien zu. Spender und Empfänger sind nicht identisch, was das Abstoßungsrisiko der verpflanzten Substanz erhöht. Auch bleibt ein Restrisiko der  Übertragung infektiöser Erkrankungen wie beispielsweise HIV oder Hepatitis bestehen.

Heterologes Material stammt vom Tier, nicht vom Menschen. Da dieses Material kein körpereigenes ist, besteht auch hier ein höheres Risiko, sowohl im Falle der Abstoßung als auch im Falle der Übertragung infektiöser Erkrankungen. Eine Infektion durch Viren oder Bakterien kann allerdings aufgrund der heutigen Herstellungsverfahren fast vollständig ausgeschlossen werden.

Nichtbiologische Werkstoffe werden in mineralische Werkstoffe wie Glas oder  Keramik, Metalle und Legierungen und Kunststoffe oder Naturstoffe unterteilt. Man fasst diese Materialien unter dem Begriff alloplastische Materialien zusammen. Vorteilhaft an diesen Stoffen sind die Sterilisierbarkeit und die leichte Verarbeitung bei recht niedrigem Kostenaufwand. Ebenso von Vorteil ist, dass alle nichtbiologischen Implantatwerkstoffe über eine sehr gute Gewebeverträglichkeit bzw. Biokompatibilität verfügen.
Jedoch müssen all diese Materialien individuell bewertet werden. Beispielsweise konnten sich Gläser du Glaskeramiken nicht als Implantatwerkstoffe durchsetzen, weil sie sich als sehr zerbrechlich erwiesen und über allgemein schlechte mechanische Eigenschaften verfügen.

Keramiken aus Zirconiumdioxid unterscheiden sich allerdings von anderen Keramiken in ihrer sehr guten mechanischen Festigkeit und in ihrer hohen Biokompatibilität. Gerade im Mundbereich sind sie aufgrund ihrer Farbe, die der von Zähnen ähnelt, als Implantatwerkstoffe geeignet. Außerdem treten beim Durchtreten des Implantatpfostens keine metallischen Verfärbungen durch das Zahnfleisch auf, was für einen ästhetischen Anblick sorgt. Trotz dieser Vorteile konnten sich Keramiken aus Zirconiumdioxid nicht gegen Titanimplantate durchsetzen.

Allein in Deutschland werden ca. 200.000 Zahnimplantate aus Titan der Reinheitsgrade 2 bis 4 pro Jahr, immer rotationssymmetrisch, entweder schrauben- oder zylinderförmig, hergestellt.

Materialanforderungen
Die wohl wichtigsten Eigenschaften jedes Implantationsmaterials ist seine biologische und mechanische Eignung und die Unschädlichkeit für den menschlichen Körper.
Das heißt, dass das biologische System des Trägers durch das Material nicht chronisch belastet werden darf, dass es keine Krebszellen auslöst und dass es antigenfrei ist. Außerdem muss es über alle erforderlichen physikalisch-mechanischen Qualitäten verfügen und frei von atoxischem oder radioaktivem Einfluss sein.